Bußgelder im Ausland

Für jeden, der mit einem Fahrzeug – ob nun mit dem Eigenen oder einem Mietwagen – auf ausländischen Straßen unterwegs ist, gelten auch die jeweiligen gesetzlichen Vorschriften. Ein ungewollter Verkehrsverstoß und zu Hause trudelt der Bußgeldbescheid ein – und das kann teuer werden. Um sich diesen Ärger zu ersparen und böse Überraschungen im Urlaub zu vermeiden, ist es durchaus ratsam, sich vorab über die Verkehrsregeln des Reiselandes zu informieren.

Eine Übersicht der häufigsten Verkehrsverstöße und den damit verbundenen Bußgeldern finden Sie hier. Ebenso ist es unter gewissen Voraussetzungen in einigen Ländern möglich, die Höhe des Betrags zu senken, beispielsweise bei einer sofortigen Bezahlung oder Bezahlung innerhalb einer gewissen Frist.

Erfolgt keine Bezahlung an Ort und Stelle, kann einen irgendwann zu Hause ein Bescheid über den Verkehrsverstoß erwarten. Die Verwarnung zu ignorieren und es darauf ankommen zu lassen, ist nicht empfehlenswert. Bußgelder aus dem Ausland über 70 Euro können seit Oktober 2010 auch in Deutschland geahndet werden. Bei Bußgeldern aus Österreich liegt die Grenze niedriger, nämlich mindestens 25 Euro. Die Zahlungsaufforderung muss in deutscher Sprache verfasst sein und eine Rechtsbehelfsbelehrung beinhalten, ansonsten wird von den deutschen Behörden keine Vollstreckung eingeleitet. Punkte in Flensburg gibt es bisher jedoch nicht für Verkehrsverstöße im Ausland.

Ist eine Vollstreckung im Heimatland aus bürokratischen Gründen nicht umsetzbar, zum Beispiel wegen zu geringer Bußgeldbeträge, bleiben „offene Verwarnungen“ dennoch nicht unbedingt ungesühnt. Nach wiederholter Einreise ins Urlaubsland können diese sofort an Ort und Stelle eingefordert werden. Das kann bereits am Flughafen erfolgen oder im Zuge einer normalen Verkehrskontrolle im Ausland.

Wichtig für alle Mietwagen-Nutzer ist das in vielen Ländern (nicht in Deutschland) geltende Prinzip der Halterhaftung. Einfach ausgedrückt, bedeutet dies: Wird der Fahrer beim Begehen eines Verkehrsverstoßes erwischt, zum Beispiel wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt, und wird nicht sofort zur Kasse gebeten, haftet der Halter des Fahrzeugs. Demnach erhält die Mietwagenfirma die Aufforderung, das fällige Bußgeld zu begleichen, denn sie ist der Fahrzeughalter. Diesen Betrag stellen sie dann dem Kunden, der zu dieser Zeit den betroffenen Leihwagen gefahren ist, meist mit einer zusätzlichen Bearbeitungsgebühr in Rechnung.

Daher ist es vor allem ratsam, sich vorab zu informieren und an die geltenden Verkehrsvorschriften am Zielort zu halten. Sollte doch unglücklicherweise ein Verkehrsverstoß begangen werden – und sei es nur aus Unwissenheit – ist es meist sinnvoll das Bußgeld möglichst sofort vor Ort zu bezahlen.

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