Speicherstadt Hamburg: Ein Denkmal wird UNESCO Weltkulturerbe

Speicherstadt Hamburg

Die Hansestadt Hamburg kann sich seit dem 5. Juli mit einem neuen UNESCO-Weltkulturerbe rühmen. Die Speicherstadt reiht sich gemeinsam mit dem Kontorhausviertel und dem Chilehaus in die UNESCO-Liste des Welterbes ein und wird damit zur 40. Welterbestätte in Deutschland. Während eines Besuches in Hamburg darf eine Besichtigung der Speicherstadt natürlich nicht fehlen.

Das architektonische Denkmal Speicherstadt

Die Speicherstadt gilt als das größte zusammenhängende Lagerhaus-Ensemble der Welt. In der Gestaltung einzigartig, stellt sie ein markantes Symbol für die Ära der Industrialisierung dar. Die Speicherstadt wurde auf dem 26 Hektar großen Gebiet der Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm erbaut. Getragen wird der Lagerhauskomplex von robusten Eichenpfählen. Ein Netz aus Wasserwegen schafft den Zugang vom Hafen zu den einzelnen Gebäuden, auf der anderen Seite sind die Bauten durch Straßen erreichbar. Die 15 großen Lagerhäuser geben den Stil der auffallenden Neugotischen Backsteinarchitektur wider. Eine hydraulische Seilwinde diente zur Verbringung der Waren auf die vorhandenen fünf Stockwerke der Gebäude. Wie Straßen auch, haben die Fleete Namen: Kehrwiederfleet und Brooksfleet, St. Annenfleet und Holländischbrookfleet sowie Kleines Fleet und Wandrahmfleet. Insgesamt gibt es 20 Brücken, von denen acht die Verbindung zwischen Speicherstadt und Altstadt herstellen. Weitere vier verknüpfen die Speicherstadt mit dem ehemaligen Hafengelände und innerhalb der Speicherstadt selbst führen die übrigen acht Brücken zwischen den Lagerhäusern über die Wasserwege.

Der Abriss ist Geschichte

Der Museumsdirektor Alfred Lichtwark prägte den Begriff von der „Freien und Abrißstadt Hamburg“. So überrascht es kaum, dass der Errichtung der Lagerhäuser eine große Abrissaktion der ehemaligen Wohnviertel auf den Elbinseln Kehrwieder (eng bebautes Arbeiterviertel) und Wandrahm (Kaufmanns- und Bürgerhäuser sowie holländische Einwanderer) zuvorkam. Damals mussten rund 20.000 Einwohner zwangsumsiedeln. Grund dafür war der Eintritt des bisher zollfreien Hamburgs ins Deutsche Reich und der dabei ausgehandelte Beschluss zum Bau eines Freihafen-Areals, welches nicht dem deutschen Zollgebiet angehörte. So konnten Hamburger Kaufleute weiterhin das Privileg genießen, Importwaren zollfrei zu lagern, zu veredeln und zu verarbeiten. Im Jahre 1883 begann unter Leitung des Ingenieurs Franz Andreas Meyer die Errichtung der Speicherstadt im nordöstlichen Hamburger Hafen. Der Bau wurde in mehreren Teilen vollzogen. Der vierte Abschnitt der Speicherstadt wurde nie realisiert.

Wie viele Städte litt auch Hamburg im Zweiten Weltkrieg unter der Zerstörung der Städte durch die alliierten Luftangriffe. Rund die Hälfte der Bausubstanz fiel Bombenangriffen zum Opfer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Speicher originalgetreu wieder aufgebaut, jedoch verlor die Speicherstadt mit dem Aufschwung der modernen Container-Schifffahrt in seiner Funktion als Warenlager immer mehr an Bedeutung. Wurden in der Vergangenheit unter anderem Kaffee, Tee und Gewürze in den Backsteinhäusern gelagert, so dient heute die insgesamt 630.000 Quadratmeter große nutzbare Fläche der Speicher überwiegend Teppichhändlern als Depot. Ein Teil der Gebäude beheimatet auch Agenturen, Verlage sowie Gastronomiebetriebe und Museen.

Sehenswürdigkeiten der Speicherstadt in Hamburg

Hamburg-Besuchern kann eine Hafenrundfahrt mit einer der vielen Barkassen nur wärmstens empfohlen werden. Die Bootsführer heißen die Touristen mit einem fröhlichen „Hummel hummel – Moin moin.“, dem typischen Hamburger Gruß, willkommen. Die Hafenrundfahrt führt auch durch die Speicherstadt, so dass sich die Lagerhäuser mit ihren roten Backsteinen aus direkter Nähe betrachten lassen. Wer mehr über die Speicherstadt, Hintergründe und Fakten, sowie ihre Geschichte wissen möchte, kann sich auf interessante Erkundungsrundgänge in den interessanten Museen, wie Speicherstadtmuseum, Deutsches Zollmuseum und Gewürzmuseum, begeben. Weitere Touristen-Attraktionen wären das Hamburg Dungeon oder das Miniatur Wunderland Hamburg mit der größten H0-Modeleisenbahn-Ausstellung der Welt. Auf einer Halbinsel zwischen zwei Fleeten liegt das Wasserschloss. Im meist fotografierten Gebäude der Speicherstadt kommen Besucher in den Genuss kulinarischer Köstlichkeiten.  Hier können auch wunderbare Andenken für Familie und Freunde zuhause erstanden werden.

ADAC Mietwagen Hamburg

Über die ADAC Autovermietung können an diversen Stationen der Partner Hertz, Avis und Sixt in ganz Hamburg Leihwagen angemietet werden. Das günstige und gut ausgestattete ADAC ClubMobil gibt es an insgesamt vier ADAC ClubMobil Stationen in Hamburg. Nahe der Speicherstadt befindet sich die ClubMobil Station in der ADAC Geschäftsstelle Amsinckstrasse.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.